Posts by Gratian

    Schöner Reliefkrug aus dem Westerwald vermutlich und schönes Relikt der Turnerbewegung im Ende des 19. und zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Büste des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn. Zwei Turner, der eine mit der Fahne der Turnerbewegung mit den vier F die für den Wahlspruch Frisch, Fromm, Fröhlich Frei stehen. Eine Mandoline wie die Wanderer sie nutzen, denn die Turner- war auch eine Wanderbewegung. die Ringe und die Gewichte als Turngeräte sind genauso zu erkennen, wie ein Krug und eine Schriftrolle als Symbol für "geistige" Nahrung.


    Ich vermute wegen der Farbgebung die Produktion bei Matthias Girmscheid du kannst ja mal hier einen Henkelvergleich durchführen und im Katalog stöbern. Dort sind unter Form 874 ähnliche Beispiele aufgeführt Form Nummer 1717 ist leider nicht abgebildet

    Ja , die Problematik war, dass nach der reinen Lehre Jesus auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, insofern scheiden Knochen oder Körperteile als Reliquien erster Klasse (also von der Person selber stammend) aus weil es die nicht gibt. Gleiches Problem übrigens bei Maria die ja auch in den Himmel aufgefahren sein soll..


    Da kamen findige Köpfe auf die Idee die Vorhaut die ja sogar lt. Bibeltext entfernt wurde (Beschneidung des jungen Jesus im Tempel) und auch die Nabelschnur die ja auch direkt von ihm stammte und nicht am Körper verblieb, zu "finden" und zu verehren. Weitere Herrenreliquien sind die angeblichen Milchzähne und Haare von Jesus die verehrt wurden und zu guter Letzt das Blut das er bei der Passion vergossen hat was sich in unzähligen Heilig Blut Reliquien findet und angeblich vom Herrn höchst persönlich stammt.


    Die Geschichte der christlichen Vorhaut ist besonders bizarr und es gab sogar die These eines vatikanischen Gelehrten die Saturnringe, die 1610 erstmals entdeckt wurden, seine die Vorhaut Jesu die er bei der Himmelfahrt dort gelassen habe.... <X Vorhautreliquien befinden sich u.a. in Rom im Lateran, in Siena ( am Fingerknochen der heiligen Katharina :/ ), im italienischen Calcata (die ist 1983 auf mysteriöse Weise verschwunden), in der Abtei Charroux und der Abtei Coulombus beide Frankreich ( verschwunden in der franz. Revolution) , in Antwerpen ( ging 1566 bei den Bilderstürmen verloren) und auch das Kloster Andechs behauptete im Mittelalter im Besitz dieser Reliquie zu sein.

    Wenn in der katholischen Kirche die Nabelschnur oder die Vorhaut von Jesus seine Windeln und auch sein letztes Hemd verehrt werden...warum nicht auch der Zahn Buddhas im Buddhismus?

    Hallo,


    eine sehr schöne und feine Arbeit die fast etwas jugendstilhaftes hat wegen der leichten und geschwungenen Formen. Sie ist verschmutz was sicher dem Aschenbecher geschuldet ist auf den sie montiert war (barbarisch). Jade muss sehr schonend gereinigt werden Chemie und Hitze sind nicht empfehlenswert auch keine Ultraschallbäder. Lauwarmes, fließendes Wasser und mit der Hand reiben sollte zunächst reichen. Wenn es hartnäckigerer Schmutz ist, solltest du einen Fachmann fragen.


    Leider ist das mit der Altersbestimmung so eine Sache...es gibt im Netz einigen Beispiel ähnlich gut gearbeiteter Jadefiguren in gleicher Größe und ähnlicher Ausstattung die in die 70iger Jahre datiert sind.


    Die Geschichte vom Uropa ist zunächst nur eine schöne Geschichte die nicht beweisbar ist. Wenn es datierte Fotos aus der Zeit gibt auf der das Interieur des Hauses und/oder Uropa mit Aschenbecher und Figur zu sehen sind wäre das schon mal ein Indiz. Ansonsten ist es nur eine Familiengeschichte.


    Aber ob 100 Jahre oder 50 Jahre so sehr viel älter ist die Figur wohl kaum.

    Gerne...die 10 EUR wären das was ich ( nicht gewerblicher Händler) ansetzen würde um die Tasche sicher los zu werden...Ist natürlich die Frage ob die Angebote aus dem Ausland, auf welcher Verkaufsplattform du auch immer geschaut hast, auch einen Käufer finden.

    Ich würde die Tasche eher in den 80iger Jahren ansiedeln die Pippi auf der Tasche sieht ja doch schon aus wie die Film Pippi und der Film kam erst 1972 in die deutschen Kinos. Das man zu Filmen Merchandise Artikel herausbringt war in den 70iger noch nicht so ausgeprägt und nahm erst in den 80iger Fahrt auf wohl als der Film dann auch im Fernsehen zu sehen war.


    Damit kann man höchstens einen Hardcore Fan von "Pippilotta Rollgardinia Viktualia Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf" glücklich machen der alles sammelt was mit dem Film und dem Buch zu tun hat...und die dürften dünn gesät sein. Ich würde das Stück in der Bucht für 10 EUR einstellen und schauen was passiert.

    Ich bin kein Werkzeugexperte aber die Maschine ist so gebaut das das Stanzgut in eine Rinne fällt und dann wohl in eine Auffangvorrichtung rutscht...daher vermute ich dass damit Metallbänder gestanzt wurden. Daher auch die Frage nach der Wechselbarkeit der Werkzeuge...man müsste natürlich sehen ob die ein Metallband überhaupt durchschlagen können. Alternativ Lederbänder. Für Gürtellöcher ist das Loch aber z.B. zu groß......Vielleicht hat ja ein handwerklich versierter Praktiker eine ganz andere Idee...ich bin mehr der Bücherwurm und Theoretiker

    Das ist eine Radierung von Heinz Baden...


    Heinz Baden, auch Heinrich Baden, dt. Maler und Graphiker (1887 Bremen bis 1954 St. Magnus bei Bremen), Vater Maler aus Rotenburg Wümme, Lehre zum Dekorationsmaler und Schüler der Staatlichen Kunstgewerbeschule Bremen, weitergebildet in Berlin, künstlerisch weitestgehend Autodidakt, unternahm Studienreisen durch Frankreich, die Schweiz und Deutschland, ab 1910 im eigenen Atelier in Bremen tätig, ab 1912 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes Weimar, Mitglied im Reichsverband Bildender Künstler Deutschlands, im Künstlerbund Bremen und in der Künstlervereinigung "Der grüne Regenbogen", ab 1936 in Bremen-Burglesum, Ortsteil St. Magnus tätig, Quelle: Wikipedia.


    Hier mal ein link zu Heinrich Badens Wikipedia-Eintrag


    Hier mal ein anderes Werk von Ihm zum Vergleich der Signatur

    Ich denke der eigentliche Text geht los mit NOS JOHANNIS PHILIPPUS.... wobei das NOS als Initialie sehr schwungvoll ausgeführt ist


    Die Präambel beginnt auch mit einer Initiale vermutlich ein P an dessen Fuß ein R ligiert ist es folgt ein IOR was das Wort PRIOR ergibt.


    Dem ebenfalls hervorgehobenen Wort TERRAZIUM ist eine Ergänzung (Glosse) nämlich dem Wort EST vorgesetzt


    das Wort Terrazium ist für mich etwas rätselhaft weil keinen sinn ergibt , vielleicht ein Eigen- oder Städtenamen oder ich lese es einfach nur falsch...

    Wohl der Rohling eines Preises in den man das jeweilige Event und die Preiskategorie noch eingravieren muss. Schützenpreis liegt nahe da Steyer ja auch einer Waffenfabrikation hervorgegangen ist (daher auch die Zielscheibe im Logo) , aber auch KFZ Rennen wäre möglich da der Konzern auch Fahrzeuge produzierte.


    Vor 1987, denn 1987 wurde der Mischkonzern in Einzelbereiche aufgespalten und das Logo von Steyer die dann als Steyer-Mannlicher firmierten erhielt den Zusatz ARMS

    Sehr dynamische Zeichnung könnte von Carl Gehrts sein. Der Abgekürzte Vorname liest sich zwar wie ein O ist aber im Bereich des C etwas stärker ausgeführt.


    Das war sicherlich eine Skizze für ein größeres Bild oder ein Wandgemälde. Diese Skizze mit vielen Personen zeigt schon absolutes Können und eine akademische Ausbildung....dargestellt sind wohl höfische Spiele im Rokoko

    Hübsche Backform, ich lese da " W. Ilgenfritz Nachf." Nürnberg


    Ich habe mal recherchiert das "Adressbuch des gesammten Handels-, Fabrik- & Gewerbestandes der Stadt Nürnberg ( 1875 )" kennt einen Bäckermeister W.H. Ilgenfritz in der Sterngasse 12.

    Lt. Adressbuch von 1876 wohnt ein Wilhelm Martin Ilgenfritz Bäcker und Spezereienhändler in der Tafelstrasse VII 2


    Einer seiner Nachfahren hat die Bäckerei übernommen und die Form dann vermutlich in Auftrag gegeben.

    Es ist heute noch üblich das sich unternehmen Werkzeuge z.B. Bäckereien u.a. auch Backformen, Brotkörbe usw. mit dem eigenen Namen versehen lassen damit sie nicht so schnell "abhanden" kommen...




    Ich gehe davon aus, dass die Dose wohl in den 1930iger oder 40iger Jahren entstanden ist. Mein Großvater war Möbelschreiner, und aus dem Nachlass meiner Mutter habe ich ähnliche Stücke gesehen die von Lehrlingen und Gesellen angefertigt ( und ihr verehrt) wurden und die zwar handwerkliches Geschick aber keine Perfektion und schon gar keine meisterliche Hand verraten. Die genagelten Scharniere sind typisch und das was Siverl auch angemerkt hat, die Verleimung die nicht immer passgenau ist zeigen das. Aber ein dekoratives und hübsches Stück.

    Lieber Daniel,


    Also das Holz vom Kreuz Jesu ist schon was besonderes, vor allem wenn es vom Vatikan autorisiert ist. Das sieht man schon an der kostbaren "Verpackung" und der handwerklich hervorragenden Arbeit die das Kreuz darstellt. Wir haben es hier aus Sicht der Kirche mit einer biblischen Reliquie zu tun und zwar mit einer Kreuzreliquie das ist so ungefähr das "Höchste" was es am Reliquien gibt. Da Jesus (genau wie Maria) nach kirchlicher Lehre unversehrt in den Himmel aufgefahren ist, konnte es ja keine Reliquien erster Ordnung (im Sinne von Knochen etc.) geben. Ausnahme Heilig Blut Reliquien die angeblich das Blut Jesu das er am Kreuz vergossen haben soll darstellen, sowie man höre und Staune die Vorhaut und die Nabelschnur sowie verschiedene Milchzähne.... Alles andere an Reliquien erster Ordnung wurde von der Kirche als Fälschung schon im Mittelalter gebrandmarkt. Aber Berührungsreliquien die in der Bibel erwähnt sind und die dazu noch eine besondere Rolle in der Passionsgeschichte spielen sind natürlich sehr immer gerne genommen...


    Nachdem die Kreuzritter während des Vierten Kreuzzuges im Jahre 1204 Konstantinopel erobert hatten, wurden hunderte kleinste Teile des Kreuzes, das der Überlieferung zufolge die Kaiserinmutter Helena um 325 von Jerusalem nach Rom und Konstantinopel gebracht hatte, über die Länder Europas verstreut. Zahlreiche Kirchen behaupteten infolgedessen den Besitz eines Partikels des Kreuzes. Der französische Architekt Charles Rohault de Fleury unterzog sich der Mühe, die Gesamtmenge aller Kreuzreliquien zu ermitteln, und kam auf etwa ein Drittel eines Kreuzes (Quelle Wikipedia)


    ..also nicht wie immer behauptet wird Tonnen von Holz dennoch besteht ein berechtigter Zweifel daran das es sich bei den vielen Splittern um die Originale handelt.


    Nachdem sich Luther und die Reformatoren vehement gegen den Reliquienkult der katholischen Kirche wandten, wurde die Reliquienverehrung in der Gegenreform beginnend mit dem Konzil von Trient (1563) erneut forciert und von der Kirche ausdrücklich empfohlen.


    Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ebbte das ganze aber, vor allem beeinflusst durch die Gedanken der Aufklärung, wieder stark ab. Mitte des 19. Jahrhunderts also genau zu der Zeit in der dieses Kreuz seine Reise nach Württemberg antrat erlebte der Kult eine neue Blütezeit die z.B der Ausstellung des Heiligen Rock in Trier 1844 einen enormen Zulauf von Gläubigen brachte, aber andererseits auch den Spott vieler Kirchenkritiker und aufgeklärten Zeitgenossen aussetzte. Ich selbst sammle Devotionalien und alles rund um den Heiligen Rock meiner Heimatstadt Trier. Es ist interessant die Streitschriften und Zeitungsartikel zu lesen die in diesen Jahren zu dem Thema Reliquienverehrung verfasst wurden. Da konnte schon mal ein fragender oder denkender katholischer Priester exkommuniziert werden, wenn er sich zu kritisch äußerte...


    Im Kulturkampf von Bismarck und den folgenden Jahren blieb dann der Reliquienkult immer mehr auf die immer weniger werdenden Gläubigen beschränkt und auch die Kirche rückte in großen Teilen von der Idee ab das es sich wirklich bei diesen Berührungsreliquien um Originale handelt und hob mehr den ideellen Wert für Gläubige in den Vordergrund.


    Dieses Kreuz und die Reliquie sind heute für Gläubige sicher noch ein wichtiger Bestandteil ihres Glaubens, für Kunsthistoriker, Kunstliebhaber und Sammler begehrenswerte Objekte die auf internationalen Auktionen gehandelt werden und recht ansehnliche Preise erzielen. Insbesondere wenn sie, wie hier, sogar noch mit Schriftstücken und der Originalschatulle und Verpackung komplett erhalten und belegt sind.