Posts by Austroparts

    Es handelt sich hierbei um eine Hostiendose, welche beim Versehgang verwendet wurde. In früheren Jahren ging in ländlichen Gebieten der Priester in Begleitung eines Ministranten in Chorkleidung zum Haus des Kranken, um diesen mit den Sakramenten zu „versehen“; man sprach von einem Versehgang. Der Ministrant trug ein Licht und eine kleine Schelle, um Entgegenkommende auf die Gegenwart des Allerheiligsten aufmerksam zu machen.


    Heute kommt der Priester meist allein ins Haus, zur Spendung der Krankensalbung soll sich aber, wo immer möglich, eine kleine Gemeinde versammeln. Die geweihte Hostie wird in einer Pyxis mitgeführt, das Blut Christi in einem verschließbaren Gefäß. Im Haus des Kranken soll, wenn möglich, ein mit einem weißen Tuch bedeckter Tisch für die heiligen Öle, Kerzen und ein Gefäß mit Weihwasser mit Aspergill oder einem Zweig zum Besprengen mit Weihwasser bereitgestellt werden. Hierzu war vielfach in den Familien eine sogenannte Versehgarnitur mit den nötigen Ausstattungsgegenständen vorhanden.

    :) Antike Königsmanilla der Djerma, welche im heutigen Niger bzw. der westafrikanischen Sahelzone leben. Bis etwa 1940 waren solche Manillas gängiges Zahlungsmittel. Wert etwa Euro 120.-

    Lieber Numis, deine Zeiteinschätzung kann so nicht stimmen. Dieses Bild wurde nachweislich vor ca. 50 Jahren in einem alten Stadel in den USA gefunden und ist seit Auffindung im Besitz der Finderin. Beifunde waren einige Münzen aus der Nazi-Reichsmark Zeit. Ich sehe keinen Grund dies zu bezweifeln. Der aufgeklebte und teilweise verblichene Zettel könnte und würde sicher mehr Licht ins Dunkle bringen wenn man ihn übersetzen könnte. Der "Preisaufkleber" ist rein optisch sehr jüngerer Natur und hat m.E.n. nichts mit dem aufgeklebten Zettel zu tun. Kann bitte ein Mitglied den Zettel übersetzen?

    Reine Flughafenkunst. Als Flughafenkunst werden in Serie gefertigte Gegenstände und Bilder genannt, die Kopien oder Anverwandlungen von Masken, Figuren, Gebrauchsartikeln und anderen ethnografischen Objekten darstellen sollen. Sie werden eigens für den Verkauf an Einheimische oder Ausländer, die meist Touristen sind, hergestellt und in Hotels, auf Märkten, bei Sehenswürdigkeiten und an allen Orten, die Reisende frequentieren, zum Verkauf angeboten.


    Da man diese Souvenirs auch noch kurz vor der Abreise am Flughafen erwerben kann, kam die Bezeichnung Airport Art in Gebrauch. Es finden sich auch die Synonyme Souvenirkunst, Touristenkunst, Ethnokitsch. Der Vertrieb solcher Objekte erfolgt über große geografische Räume, so kann man beispielsweise Holzschnitzereien aus Westafrika in Kenia oder Marokko erwerben.

    Es scheint sich also hier um den Koromyslova Turm des Kremels in Nizhny Novgorod zu handeln. Um das Bild besser datieren zu können müßte man die Schrift enziffern bzw. herausfinden, wann die derzeitige Turmhaube aufgesetzt wurde. Nizhny Novogorod war Schlachtfeld im 2. Weltkrieg und ich glaube kaum, daß in den Gefechten der Turm und/oder Turmhaube schadlos blieben.

    Habe soeben dieses Kleinod bekommen. M.E.n. sehr gute Malerei und vortreffliche Verwendung bzw. Einbindung der eigentlichen Birkenrinde. Durchmesser ohne Rahmen 12cm.

    Kann jemand diese Schrift entziffern? Ich kann Diese nicht lesen. Vielleicht läßt sich sogar die Mauer mit Turm geografisch bestimmen.

    Absolut richtig Winfried. Dazu kam jedoch auch oft die Anforderungen der Kaufhäuser und Katalogversendern, welche dem Zeitgeist zu entsprechen hatten. Mal waren Stilleben in, dann kamen vielleicht Sonnenuntergänge, eventuell gefolgt von religiösen Motiven. Für Kunststudenten und auch begabten Amateuren durchaus eine Möglichkeit sich ein Zubrot zu verdienen. Der weltweit bekannteste Amateur und Kaufhausmaler (in diesem Falle arbeitete er für Bilderrahmenfirmen) war Gröfaz, welcher sich mit Architekturmotiven, welche er von Postkarten "kopierte", in Wien über Wasser hielt bevor er seine politische Laufbahn begann.

    Hallo Rico, dieses Stilleben ist ein Paradebeispiel der Kaufhauskunst der zweiten Hälte des 20. Jhdts. Trotz Signatur läßt sich nichts über den Gestalter des Bildes finden. Die meisten Kaufhausmaler haben im Akkord Bilder erstellt und blieben unbekannt. Die Farben sind noch frisch, nicht verdreckt und es mag wohl in einer guten Stube gehangen haben.

    :) Willkommen!


    Die beiden wichtigsten Hinweise auf das Alter sind hier die Holzverbindung und die Ecken. Auf der Rückseite siehst du, dass die vier Leisten nicht mit großem handwerklichen Geschick zusammengefügt wurden sondern mit einem Tacker. Vorn an den Ecken siehst du, dass das Muster nicht fortlaufend ist, sondern an den Fugen stufig unterbrochen wird.


    Beides spricht dafür, dass der Rahmen kein Stück aus dem frühen 19. Jahrhundert ist, sondern wohl in den letzten 50 Jahren entstanden ist.

    Richtig gesehen Ortho! Leider hat es ein wenig gedauert, bis ich mit meiner Besprechung fertig war und Du warst schneller. Wie würdest Du die "Vergoldung" beurteilen?

    Hallo maiky und Herzlich Willkommen auf unserem Forum! Bevor ich mit der Besprechung Deines Rahmens beginne möchte ich darauf hinweisen, daß wir leider nur nach Fotos beurteilen können. Je besser die Fotos, desto leichter wird uns die Arbeit gemacht.


    Die Anfänge des Bilderrahmens liegen in der Kirche, da er für das Schmücken von Altären verwendet wurde. Die Funktion war aber keine rein ästhetische. Zunächst hatte die Verwendung von Bilderrahmen vor allem praktische Gründe. Da im frühen 14. Jahrhundert zunächst häufig dünne, aneinander geleimte Bretter als Bilduntergrund eingerahmt wurden, diente der Rahmen dazu, diese „in Form“ zu halten, sodass das Kunstobjekt atmen, sich allerdings gleichzeitig nicht verziehen konnte.


    In der Epoche der Gotik schwappen die Bilderrahmen aus der Kirche auch in den privaten Raum über. Vor allem für Hausaltäre wurden Bilderrahmen verwendet. Je wohlhabender desto prunkvoller waren die Einfassungen. Zu dieser Zeit war der Rahmen noch ein wichtiger Bestandteil des Bildes. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde der schmückende Charakter des Bilderrahmens hervorgehoben. Man setzte hierbei auf die natürliche Ausstrahlung der Materialien und hob diese in der Ausgestaltung der Bilderrahmen hervor. Bilderrahmen in Naturfarben mit einer Lasierung war gängig. Zur Herstellung der Bilderrahmen wurden viele unterschiedliche Materialien verwendet, neben Holz waren auch Marmor und Metall gängig.


    Im Zeitalter des Barock und des Rokoko erlebte der Bilderrahmen einen großen Wandel. In dieser Epoche wurden der bis dahin doch vorherrschend streng geometrische Charakter und die klaren und gleichmäßigen Formen gebrochen und mit neuen schwungvollen und lebendig wirkenden Formen ersetzt. Das „Gerüst“ blieb das gleiche, die Verzierung jedoch war wesentlich verspielter. Zu dieser Zeit war der Bilderrahmen weitaus mehr als nur ein funktionales Objekt und die Rahmenkunst befand sich auf ihrem gestalterischen Höhepunkt.



    Der Klassizismus und die Biedermeierzeit entdeckten die klare Bilderrahmenleiste für sich. Später wurde der Schattenfugenrahmen für bespannte Keilrahmen entwickelt, die die Hauptfunktion haben, die Leisten vor einer Verformung zu bewahren. Jedoch geht ab diesem Zeitpunkt wohl jede gestalterische Neuheit an Bilderrahmen zurück auf die gängigen Formen aus vergangenen Zeiten. Von einem stark zum Bild zugehörigen und wenig beachteten Präsentationselement entwickelte sich der Bilderrahmen immer mehr zu einem geschätzten Gegenstand, der nicht nur mit dem eingefassten Bild harmonieren muss, sondern auch mit dem jeweiligen Einrichtungsstil.


    Der Bilderrahmen, wie wir ihn heute kennen, vereint Merkmale aus verschiedenen Kunstgattungen. In ihm fließen viele Stile und zahlreiche künstlerische Einflüsse zusammen. Heute gibt es Rahmenleisten, die auf die barocken Gestaltungsmuster zurückgreifen und moderne Modelle, die sich schlicht und in minimalistischer Manier präsentieren. Egal, welchem Stil sie treu sind, eines haben alle Modelle gemeinsam: Bilderrahmen schützen das Kunstwerk und verleihen jeder Wand das gewisse gestalterische Extra.


    Die goldenen Verzierungen des Bilderrahmens, gehen auf die goldene Grundierung des Bildes selbst zurück. Diese wurde häufig für Gemälde in der Kirche verwendet, wo der goldene Glanz das himmlische Paradies symbolisierte. Da der Rahmen eine Einheit mit dem Bild ergeben sollte, wurde das Gold auch auf den Rahmen aufgetragen, der dadurch noch prunkvoller wurde.


    Doch nun zurück zu Deinem Rahmen. Ich beginne bei der Rückseite. Die Konstruktion des Rahmens weist auf eine maschinelle Fertigung hin. Die Riffelungen im Holz stammen vom Vorschub einer modernen Hobelmaschine. Die Verwendung einer Vielzahl von Metallklammern indizieren auch billige Massenproduktion. Richtige Alterungsspuren am Holz welche man normalerweise bei Rahmen, welche über Jahrzehnte an der Wand hangen, sehe ich hier keine.


    Nun zur Vorderseite: Die Regelmäßigkeit der Beschnitzung im Detail betrachtet weisen auf maschinelle Fertigung hin. Ob es sich in weiterer Folge um Blattvergoldung handelt kann ich so einfach vom Foto her nicht beurteilen.


    Alles in Allem ein an und für sich ansprechender Rahmen, welcher ein dazupassenes Bild bedarf. Vom Alter her sehe ich den Rahmen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.