Pektorale, Reliquie-Kreuz aus Vatikan ?

  • Guten Abend,


    mein Name ist Daniel, bin neu hier !

    Ich habe seit über 15 Jahre diese Reliquie-Kreuz mit Holzsplitter des Jesuskreuzes erworben!

    Original Samtsack und Etui dabei, dazu noch 2 alte Briefe in Altfranzösisch geschrieben!

    Sicher:

    - original Samtsack und Etui mit Papst Gregor XVI. Wappen

    -Silberpunze aus Vatikan

    -lustige Geschichte

    Was mich interessiert :

    Kennt jemand diese Wachssiegel ?

    Vielen herzlichen Dank

    Daniel


    • Official Post

    Das Wappen auf der Verpackung ist das Papstwappen von Papst Gregor XVI (1831–1846)


    Hier der Wikipediabeitrag zum Papst

  • Guten Morgen Gratian,


    vielen Dank, ja das weiss ich!

    Die Silberpunze habe ich auch gefunden, passt für diese Zeit!

    Ich frag mich nur:

    Ist diese Reliquie-Kreuz was besonderes aus "erste Hand"(Etui, Samtsack) oder das übliche Geschäft mit Reliquien wie damals sehr häufig war?

    Laut viele Berichte, gibts mehrere Tsd. Kubikmeter Holzsplitter von Jesuskreuz !

    Allerdings, im diese Konstellation, habe ich noch keine gesehen!

    Lieben Dank

    Daniel

    • Official Post

    Lieber Daniel,


    Also das Holz vom Kreuz Jesu ist schon was besonderes, vor allem wenn es vom Vatikan autorisiert ist. Das sieht man schon an der kostbaren "Verpackung" und der handwerklich hervorragenden Arbeit die das Kreuz darstellt. Wir haben es hier aus Sicht der Kirche mit einer biblischen Reliquie zu tun und zwar mit einer Kreuzreliquie das ist so ungefähr das "Höchste" was es am Reliquien gibt. Da Jesus (genau wie Maria) nach kirchlicher Lehre unversehrt in den Himmel aufgefahren ist, konnte es ja keine Reliquien erster Ordnung (im Sinne von Knochen etc.) geben. Ausnahme Heilig Blut Reliquien die angeblich das Blut Jesu das er am Kreuz vergossen haben soll darstellen, sowie man höre und Staune die Vorhaut und die Nabelschnur sowie verschiedene Milchzähne.... Alles andere an Reliquien erster Ordnung wurde von der Kirche als Fälschung schon im Mittelalter gebrandmarkt. Aber Berührungsreliquien die in der Bibel erwähnt sind und die dazu noch eine besondere Rolle in der Passionsgeschichte spielen sind natürlich sehr immer gerne genommen...


    Nachdem die Kreuzritter während des Vierten Kreuzzuges im Jahre 1204 Konstantinopel erobert hatten, wurden hunderte kleinste Teile des Kreuzes, das der Überlieferung zufolge die Kaiserinmutter Helena um 325 von Jerusalem nach Rom und Konstantinopel gebracht hatte, über die Länder Europas verstreut. Zahlreiche Kirchen behaupteten infolgedessen den Besitz eines Partikels des Kreuzes. Der französische Architekt Charles Rohault de Fleury unterzog sich der Mühe, die Gesamtmenge aller Kreuzreliquien zu ermitteln, und kam auf etwa ein Drittel eines Kreuzes (Quelle Wikipedia)


    ..also nicht wie immer behauptet wird Tonnen von Holz dennoch besteht ein berechtigter Zweifel daran das es sich bei den vielen Splittern um die Originale handelt.


    Nachdem sich Luther und die Reformatoren vehement gegen den Reliquienkult der katholischen Kirche wandten, wurde die Reliquienverehrung in der Gegenreform beginnend mit dem Konzil von Trient (1563) erneut forciert und von der Kirche ausdrücklich empfohlen.


    Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ebbte das ganze aber, vor allem beeinflusst durch die Gedanken der Aufklärung, wieder stark ab. Mitte des 19. Jahrhunderts also genau zu der Zeit in der dieses Kreuz seine Reise nach Württemberg antrat erlebte der Kult eine neue Blütezeit die z.B der Ausstellung des Heiligen Rock in Trier 1844 einen enormen Zulauf von Gläubigen brachte, aber andererseits auch den Spott vieler Kirchenkritiker und aufgeklärten Zeitgenossen aussetzte. Ich selbst sammle Devotionalien und alles rund um den Heiligen Rock meiner Heimatstadt Trier. Es ist interessant die Streitschriften und Zeitungsartikel zu lesen die in diesen Jahren zu dem Thema Reliquienverehrung verfasst wurden. Da konnte schon mal ein fragender oder denkender katholischer Priester exkommuniziert werden, wenn er sich zu kritisch äußerte...


    Im Kulturkampf von Bismarck und den folgenden Jahren blieb dann der Reliquienkult immer mehr auf die immer weniger werdenden Gläubigen beschränkt und auch die Kirche rückte in großen Teilen von der Idee ab das es sich wirklich bei diesen Berührungsreliquien um Originale handelt und hob mehr den ideellen Wert für Gläubige in den Vordergrund.


    Dieses Kreuz und die Reliquie sind heute für Gläubige sicher noch ein wichtiger Bestandteil ihres Glaubens, für Kunsthistoriker, Kunstliebhaber und Sammler begehrenswerte Objekte die auf internationalen Auktionen gehandelt werden und recht ansehnliche Preise erzielen. Insbesondere wenn sie, wie hier, sogar noch mit Schriftstücken und der Originalschatulle und Verpackung komplett erhalten und belegt sind.

    Mit besten Sammlergrüßen


    Gratian


    Alle meine Aussagen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr für Ihre Richtigkeit. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Verwendung der abgerufenen Inhalte ergeben, Haftung übernommen.

  • Lieber Gratian,


    vielen herzlichen Dank !Deine Recherche ist beeindruckend, es freut mich sehr !

    Der materielle Wert interessiert mich auf gar keine Weise, ich bin nur froh so etwas besitzen zu dürfen !

    Ich versuche noch, diese Wachssiegel zu entziffern, zu welcher Apostolischer Pronotar gehört!


    LG

    Daniel





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