3 Pilgerzeichen

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    In beiden Fällen 1 und 3 handelt es sich um einen Benediktusanhänger mit der Abbildung des Hl. Benedikt und dem Bendiktuskreuz und dem Benediktussegen.


    Im ersten Fall handelt es sich um eine Erinnerungsmedaille die es auch heute noch zu kaufen gibt,sie zeigt neben den üblichen Zeichen des Benediktussegens um das Bild des Heiligen, die Umschrift: Ejus in obitu nostro praesentia moniamur. D.h. Möchten wir bei unserem Hinscheiden durch seine Gegenwart beschützt sein.


    Eine ganz spezielle Ausgabe nämlich die "Jubiläumsausgabe" von 1880 die vom Erzabt von Monte Casino anlässlich des vierzehnhunderten Jubiläums der Geburt des Hl. Benedikt herausgegeben wurde sieht genauso aus, nur liest man unter dem Bild des Heiligen dort : S.M. Cassino MDCCCLXXX d.h. vom Heiligen Berg Cassino 1880. Das ist hier leider nicht der Fall daher tippe ich auf eine spätere Ausgabe des 20. Jahrhunderts.

    Über dem Kreuz steht das alte Losungswort des Benediktinerordens PAX! d.h. Friede.

    Die Dritte Medaille zeigt ebenfalls den heiligen Benedikt und auf der Rückseite den Benediktussegen im Benediktuskreuz.


    Der Benediktussegen ist eine Beschwörungsformel gegen den Teufel.

    In den Kreuzwinkeln stehen die Großbuchstaben für

    C(rux)

    S(ancti)

    P(atris)

    B(enedicti),

    D.h. Kreuz des heiligen Vaters Benedikt


    im Längsbalken

    C(rux)

    S(acra)

    S(it)

    M(ihi)

    L(ux),

    D.h. Es sei das heilige Kreuz mein Licht



    im Querbalken

    N(on)

    D(raco)

    S(it)

    M(ihi)

    L(ux),

    Der Drache sei mein Führer nicht


    in der Umschrift die Segensformel

    V(ade)

    R(etro)

    S(atana),

    N(umquam)

    S(uade)

    M(ihi)

    V(ana):

    S(unt)

    M(ala)

    Q(uae)

    L(ibas),

    I(pse)

    V(enena)

    B(ibas).

    Letzteres ist gegen den Teufel gerichtet, also eine Beschwörungsformel gegen Besessenheit, die übersetzt etwa so lautet:


    Weiche von mir, Satan!

    Nimmer rate mir der Sünde Schimmer!

    Du kredenzest bösen Wein;

    Trinke selbst das Gift hinein!

    Ursprünglich wurden die Benediktusanhänger als Amulette gegen die Pest getragen, denn St. Benedikt war der Schutzheilige gegen diese Seuche. Schließlich wurde die Abwehrfunktion auf alle Krankheiten und alle Gefahren ausgedehnt. Die Benediktusanhänger wurden schließlich auch in den Grundstock von Gebäuden gelegt, in Ställen und auf Dachboden ans Gebälk genagelt (zum Schutz der Tiere und vor Blitzeinschlag) und auf Wiesen und Äckern vergraben (Schutz vor Missernten und Viehseuchen). Sie fanden vor allem seit dem 17. Jh. in Österreich, der Schweiz, Süddeutschland, dem Rheinland und Böhmen Verbreitung. Hauptemittenten der Devotionalien waren die Benediktinermönche die in ihren Klöstern die Herstellung und Vermarktung voran trieben und sehr gut daran verdienten/verdienen..


    Hier haben wir neuere Ausgaben des 20. Jahrhunderts die industriell hergestellt wurden vor und und die schon viel von der einstigen Mystik und geheimnisvollen Aura dieser Devotionalien verloren haben.

    Mit besten Sammlergrüßen


    Gratian


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