sehr alte Hertz Postilla .... aus welcher Zeit???

  • Ich habe dieses sehr alte Buch bekommen.

    Aus welcher Zeit könnte das Buch sein? Leider fehlen die ersten 5 Seiten.

    Der Einband ist aus Holz. Es sind Reste von Beschlägen Vorhanden.

    Grösse ca 35 cm.

  • Hallo Tintenfass,


    das Buch ist von Valerius Herberger, der um 1600 wirkte: https://kulturportal-west-ost.…hien/herberger-valerius-3.

    Er hatte 2 Werke mit dem Namen: die Epistolische und die Evangelische Hertz-Postilla, die unzählige Auflagen erfahren haben. Die genaue Auflage und damit das Entstehungsjahr zu finden, ist sehr mühsam. Optisch würde ich die Entstehungszeit ins frühe 17.Jh. legen, da es noch stark an die Werke des 16.Jh. erinnert. Das komplette 17.Jh. sollte man aber nicht ausschließen.


    Gruß Chippi

  • Wow, ich bin noch ein Fan vom gedruckten Wort, da stellt sich mir als Unwissende die Frage, was ist denn so ein altes Buch Wert?

    Es kommt sicher auf den Zustand an, also einmal im Top- und einmal im hier gezeigten Zustand.

  • Solche Bücher sind schwer zu datieren. Diese religiösen Werke waren in der Aufmachung damals oft "altmodisch" blieben über lange Zeit nahezu unverändert, da kann das datieren anhand der Aufmachung oder des Schriftbilds sehr täuschen. Das Werk besteht aus zwei Bänden, wenn bei dir beide in einem Buch gebunden sein sollten könntest du in dem Buch ein zweites Titelblatt mit Angaben finden. sollte anhand der Seitenzahlen recht einfach zu finden sein,

    Diese Bücher sind von Sammlern nicht besonders gesucht und es macht auch vom Wert kaum einen Unterschied ob es die 5. oder 15. Auflage ist, Dann macht sich auch selten jemand die Mühe ein Fragment zu datieren und es gibt keine Literatur zu den unterschiedlichen Ausgaben.

    Wenn du es genau wissen willst wird dir nichts anderes übrig bleiben als anhand des vd17 und vd18 (leider noch nicht lückenlos) alle Ausgaben heraus zu suchen und dann zu vergleichen. Ich habe (allerdings bei älteren Bibeln) dann schon mal Bibliotheken angeschrieben und um Bilder bestimmter Seiten mit Illustrationen gebeten um die Ausgabe herauszufinden. Die meisten Bibliotheken sind da sehr freundlich und kooperativ, teilweise haben sie sogar selbst recherchiert, eine Bibliothek hat aber auch 25€ pro Foto kassiert.

    Als Digitalisat habe ich die Ausgabe 1613 gefunden. Die Ausgabe 1691 ist deiner wie ich finde sehr ähnlich, allerdings scheinen die Holzschnitte in dieser Ausgabe älter als die in deiner Ausgabe. Die Ausgabe 1697 ist nicht mehr illustriert, In der Ausgabe 1740 (22.Aufl) findet sich bspw auf Seite 164 der selbe Holzschnitt wie bei dir, andere Illustrationen unterscheiden sich.

    Bei diesem Buch dürfte es so sein wie bei vielen dieser vielfachgedruckten Büchern oder auch Bibeln sein. Immer, wenn eine Auflage verkauft war, wurde die nächste gedruckt. Da die illustrationen nicht so lange halten wie die Lettern, wurden diese ersetzt, wenn sie ausgedruckt oder beschädigt waren, es entstand ein Sammelsurium aus älteren und neueren Bildern ohne Anspruch auf Einheitlichkeit, auch die künstlerische Qualität schwankt stark, meist gilt leider, je feiner und aufwendiger desto älter.

    Ich würde dein Buch anhand der Vergleichsexemplare eher ans Ende des 17., Anfang des 18. datieren. die Initialen sprechen wiederum gegen ein allzu spätes Exemplar

  • Ein schöner Thread, den ich mit viel Interesse gelesen habe. Klasse!

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


    Alle meine Aussagen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr für Ihre Richtigkeit. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Verwendung der abgerufenen Inhalte ergeben, Haftung übernommen.

  • Ich Danke Euch für die Informationen. Ich durchsuche noch nach einer Jahreszahl.


    Danke TF

    Mein lieber Sohn, du tust mir leid,
    dir mangelt die Enthaltsamkeit.
    Enthaltsamkeit ist das Vergnügen,
    an Sachen, welche wir nicht kriegen.
    Drum lebe mäßig, denke klug,
    wer nichts gebraucht, der hat genug.
    (W.Busch 1832 - 1908)

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