Bau-/Haussegen

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    Die Weihnachtszeit ist mit vielen Glück- und Segenswünschen behaftet, aber diese sind nicht nur zu Weihnachten üblich. Beim Hausbau gelten sie genauso, darum geht es Heute im Adventstürchen.


    Vor einigen Jahrzehnten war es noch üblich, Kleingeld hinter z.B. eine Leiste zu stecken, damit es den Bewohnern nie an etwas mangeln möge und diese lange dort glücklich leben und keine Not erleiden müssen. So war es auch im Haus meiner, mittlerweile seligen, Oma. Bereits Ende der 90er Jahren kamen 2 Münzen bei Sanierungsarbeiten hinter Scheuerleisten zum Vorschein, dieses Jahr wurde beim Umbau durch meine Schwester wieder eine Münze gefunden und die zeige ich euch Heute. Es ist eine völlig normaler Reichspfennig von 1924, sogar die häufigste Prägestätte A (Berlin). Bei einem Haus, Baujahr 1937, verwundert es nicht. Die anderen Münzen damals waren 2 Rentenpfennig von 1923 und ein Pfennig von 1899 (die 1 und 2 Pfennigstücke aus dem Kaiserreich und der Weimarer Republik blieben bis 1942 gültig).


    Diesen sehr häufigen Pfennig habe ich aufgehoben und überlegt, was man damit machen könnte. Geworden ist es jetzt ein Geschenk für meine Schwester, was einst als Glücksbringer für das Haus/Wohnung gedacht war, sollte auch dort bleiben. Ich habe mir einen Rahmen besorgt und ein kleines Messingschild bedrucken lassen, beides weitaus teurer als der geringe Wert des Pfennigs, aber darum geht es ja nicht. Der schwarze Balken ist der Ort samt Straße und Hausnummer, den müsst ihr ja nicht wissen, der Pfennig soll ja dort bleiben.;)


    Vielen dürfte der Brauch vielleicht neu sein, aber durch diverse Entkernungen weiß ich, dass er hier verbreitet war, sogar zu DDR-Zeiten gab es ihn noch bis in die späten 1960er Jahre. Die ersten Plattenbauten besitzen/besaßen noch hölzerne Scheuerleisten, da fand ich schon diverse DDR-Pfennige (und sogar einen Alu-Pfennig von 1917), der jüngste datierte auf das Jahr 1968 (danach gab es erst 1972 wieder eine Pfennigprägung).

    Manchmal glaubt man nicht, wie lange sich solche Volksglauben mit apotropäischen Charakter gehalten hat.


    Gruß Chippi


    PS: Morgen ist Heiligabend!

    • Official Post

    :) Auch sollte das Salz im Hause nie ausgehen, danke für das schöne Fensterchen, lieber Chippi.

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


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