seltsames Handwerkzeug

  • Vom Trödel habe ich dieses Handwerkzeug mitgebracht.
    Schreibe extra nicht Zange weil die Backen nicht beweglich sind.
    Auf der Skala seht ihr eine Eintelung bis 5
    Die Feder ist wohl nur als Rückholfeder gedacht.
    Der kleine abgewinkelte Z. Flachstahl ist verstelbar.
    Die Stellscharube mit Feder ist gleichzeitig eine einstellbare Hubbegrenzung.
    Die Marke kann ich noch nicht mal deuten.


    Mag das eine Form von Kabelmantel Abzieher gewesen sein?

  • :-):-)


    Hierbei, lieber Matthias,


    handelt es sich um eine alte Schränkzange für Handsägen-Zähne.


    https://www.holzundleim.de/2015/01/alte-schraenkzange/


    https://de.wikipedia.org/wiki/Schränkung_(Säge)#:~:text=mit einer Schränkzange-,Schränkzange,beim Schließen der Zange ausgebogen.

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


    Alle meine Aussagen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr für Ihre Richtigkeit. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Verwendung der abgerufenen Inhalte ergeben, Haftung übernommen.

  • Danke Winfried
    Peinlich. Das hätte ich selbst erkennen müssen.
    Aus dem Auge, aus dem Sinn.
    Die haben sich bei der Gestaltung der Werkzeuge
    damals wirklich Mühe gegeben.
    Das war für sie wohl auch das wichtigste Gut Geld zu verdienen.
    Billiges Werkzeug haben die gar nicht erst produziert.
    Ihre Maschinen und Handwerkzeuge hielten über mehrere
    Generation.

  • :-):D


    Habe selbst, lieber Matthias


    irgendwo in der Werkstatt noch eine Schränkzange rumliegen. Habe ich schon bestimmt seit 60 Jahren, immer wegen ihres wertigen Aussehens aufgehoben und.........noch nie gebraucht.

    Liebe Grüße Winfried




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  • Ich habe mehrere davon - die findet man ab und zu in den Werkzeug-Grabbelkisten von Flohmärkten. Neue sind kaum zu finden.
    Mit den Stellschrauben kann man den Abstand von der Zahnspitze bis zur Biegung einstellen, sowie die Auslenkung. Eine ungenau geschränkte Säge sägt schief, deshalb ist das wichtig.
    Ich benutze sowas regelmässig, denn ich säge einiges Holz von Hand, und mit einer richtig geschränkten Zange geht es um Welten besser. Da sich die Schränkung mit der Zeit wegdrückt, beginnt die Säge zu klemmen, auch wenn sie noch scharf genug ist.
    Gerade für Kleinigkeiten ist man mit einer gut gehenden Handsäge schneller, als man braucht, um ein Elektrowerkzeug oder eine Kettensäge hervorzuholen.

  • :-):-)


    Eine hervorragende Erklärung zum aktuellen Gebrauch einer solche außergewöhnlichen Zange. Danke, lieber emil17. DAHER...........NICHT WEGWERFEN1

    Liebe Grüße Winfried




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  • Diese Zange ist nicht aussergewöhnlich, sondern altmodisch. War früher in jeder Werkstatt zu finden, weil eine Säge aus Holz (damals meistens eine Gestellsäge) zum Kleinmachen von Brennholz genauso wie Beil und Spaltstock zu jedem Haushalt gehörte.
    Siehe hier
    Heute kauft man eine neue Säge, wenn die alte nicht mehr will.
    Man kann übrigens auch die elektroinduktionsgehärteten Sägeblätter für Bügelsägen (Standardware vom Baumarkt) mit so einer Zange schränken - man muss nur die Zange so einstellen, dass der Zahn unterhalb des gehärteten Bereichs gebogen wird, sonst bricht er ab.
    Diese Blätter für 5 Euro irgendwas das Stück halten ewig, wenn man sie ab und zu wieder schränkt, was etwa 10 Minuten dauert.


    Handsägen ist fast eine Wissenschaft - für grünes Holz braucht es eine andere Zahnung und weitere Schränkung als für trockenes, für grobfaseriges (Pappel, Fichte) ist es anders als für feines (Linde, Birnbaum), für Längsschnitte nimmt man eine andere Zahnung als für Querschnitte, und zum Möbelbau, wo es auf Genauigkeit ankommt, nimmt man nochmals andere Blätter. Wenn man von Hand sägt, merkt man die Unterschiede deutlich und deshalb findet man im Inventar von alten Tischlereien so viele Sägen.

  • Hier muß ich meinen Vorgänger in einigen Punkten wiedersprechen:
    Schränkzangen sind auf keinen Fall altmodisch. Sie werden nach wie vor benutzt und auch verkauft.
    Zum Brennholz schneiden wurde auch keine Gestellsäge benutzt sondern eine Bügelsäge, mit der man auch zu zweit sägen konnte. Eine Gestellsäge benutzte ein Tischler oder Zimmermann, oder eine Schrotsäge die es in verschiedene Größen gibt. Mit der man auch "grünes" Holz schneiden konnte.
    Auch "Einhandschrotsägen" wurden benutzt.
    Da ich Jahrgang 44 bin habe ich das alles selbst erlebt.
    mfg

  • Die Sache mit den Gestellsäge war hier so: Man konnte das Gestell selber machen, den Bügel der Bügelsägen nicht.
    In den alten Maiensässen oder Voralpehütten, die nur einige Wochen pro Jahr bewohnt worden sind, findet man stets neben sehr abgenutzten Beilen usw. Gestellsägen, sowie manchmal die billigen Bügelsägen mit etwa 80 cm Blattlänge.
    Diese Gestellsägen sind meist auf der Schnitzbank mit dem Zugmesser selbst gemacht worden. Man kann bei diesen auch das Blatt nicht seitlich drehen, wie das bei der Gestellsäge für Schreiner üblich und auch notwendig ist.


    Tischlerwerkstätten waren selbstverständlich besser ausgestattet.

  • Andere Länder andere Sitten. :-)
    Auch den Bügel für Bügelsägen wurde selbst gemacht.
    Ich rede natürlich von der Zeit nach dem Krieg.
    Wobei man heutzutage die alten Handwerkzeuge wieder entdeckt.
    Natürlich habe ich meine "alten" Gestellsägen noch. Die unterschiedliche Funktionen ausüben, auf Grund unterschiedlicher Sägeblätter. Gesägt wird aber mit allen.
    Eigentlich habe ich noch sämtliches Werkzeug. Eines Tages, wenn mich der "Schlag trifft" werde ich mich aber trennen müssen. :(
    mfg

  • Andere Länder andere Sitten. :-)
    mfg


    Die waren in den Bergdörfern einfach mausarm und hatten den Winter über wohl viel Zeit von der Sorte, die kein Geld wert ist. Kein Strom, keine Autos, zum Marktort z.B. von Mase nach Sitten sind es 800 Höhenmeter und es gab bis in die späten 1930er Jahre nur einen Maultierweg.
    Ich hatte nach Kauf einer Scheune erst mal einen Anhänger voll Eisenschrott zu entsorgen. Drahtstücke von anderthalb Metern Länge, kann man noch nen Zaun mit flicken, wird aufgehoben. Alte aufgebrauchte Sensenblätter, kann man einen Griff aus Holz quer drüber schrauben und damit Futter aus dem Heuhaufen schneiden. Stücke von Betonbewehrung und Gasrohren, wohl von irgend einem Laster gefallen, geben gute Zaunpfähle. Kessel voll alter gebrauchter Nägel. Aus leeren Teerfässern (die ersten Strassen wurden mit Flüssigasphalt auf bestehenden Schotter geteert) gewann man durch Aufschneiden Blech, um Scheunendächer zu reparieren.
    Die Sprengstoffkistchen vom Bau der ersten Strasse ins Dorf (Gamsit der Sprengstoffabrik Gamsen bei Brig) waren sehr beliebt, um daraus kleine Wandschränkchen zu machen, in denen man allerlei Kleinkram aufheben konnte. Abgenudelte Sprenglochbohrer von diesem Strassenbau wurden zu Ambossen zum Dengeln von Sensen umgebaut. Und so weiter.
    Mein Uropa aus Norddeutschland hat auch alles aufgehoben, der kannte noch aus eigener Erfahrung diese glorreichen Ersatzstoffzeiten zweier Weltkriege, wo man die gewöhnlichsten Sachen nicht mehr kriegen konnte.


    Bei deinen Werkzeugen ist zu befürchten, dass nach deiner Trennung davon die Sachen vielleicht als Zier an die Wand eines Gartenhauses genagelt werden, aber keiner mehr damit umzugehen weiss.

  • :o


    Wenn nicht, wie ich stark befürchte, schon vorher alles weggeworfen wurde.

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


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