Bronzepferd kaputt. Was kann man noch machen?

  • Hallo,


    ein Bekannter hat ein Bronzepferd vor etwa vier Jahren gekauft, welches unten einen schweren Marmorsockel hat. Es hat damals etwa 400,- € gekostet und wiegt etwa 13,5 Kilo.


    Aufgrund dessen, dass der Bekannte einige Schicksalsschläge hinnehmen hat müssen, geht es ihm überhaupt nicht gut. Er hat sich komplett zurückgezogen und die Wohnung verwahrlosen lassen. Das Bronzepferd hat dann einige weiße Punkte bekommen. Ich vermute durch die Feuchtigkeit in der Wohnung. So hat der Bekannte zwar gekocht, aber nicht gelüftet, wodurch ein ziemlicher Dampf in der Wohnung war.


    Die weißen Punkte hat er doch ein Rostmittel versucht wegzubekommen. Nun ist aber die Bronzeoberfläche verschwunden und das Messing kommt zum Vorschein. Er hat also das Pferd aus Unwissenheit ziemlich entstellt und teilweise kaputt gemacht.


    Kann man das Pferd noch reparieren und wie teuer wäre dieses? Hat das Pferd noch einen Wert, wenn man es verkaufen würde oder ist es praktisch wertlos? Ist Bronze so anfällig, dass es bei Feuchtigkeit Flecken bildet? Was sollte man in diesem Fall hier machen beziehungsweise kann man noch etwas machen?


    Ich bedanke mich schon jetzt für die Mühe und wünsche eine gute Zeit sowie alles Gute. Für hilfreiche Antworten bedanke ich mich schon jetzt.


    Mit besten Grüßen,


    P.S.: Die Bildqualität der Fotos ist leider sehr schlecht. Aber bedauerlicherweise spinnt auch die Kamera.

  • P.S.: Was sind die weißen Punkte eigentlich? Ich bin bezüglich Metallen ein ziemlicher Laie. Wahrscheinlich würde es aufwendig werden, dass Pferd reparieren zu lassen, da diese weißen Punkte fast überall sind.

    • Official Post

    Hallo,


    Bronze kann unter Umständen (feuchte, salzhaltige Umgebung) Bronzepest bekommen, diese ist hellgrün und weich/bröselig.
    Wenn es sich um rein weisse Ausblühungen handelt, könnte es wohl sein, dass die Bronzefigur gar keine Bronzefigur ist ;) Sondern nur eine bronzierte Zinkfigur.


    Ich würde versuchen, das Teil mal zu einem Metallrestaurator zu schaffen und dort einmal zu fragen a.) was er da machen könnte und was das kostet, oder b.) ob das überhaupt lohnt, und wenn nicht, c.) was man als Laie machen könnte.

    • Official Post

    Hallo Bernhardiner,


    und erst einmal willkommen im Forum.
    Zum Pferd, dieses ist an den Stellen, wo mit Rostlöser poliert wurde, nun gelb wie Messing oder eben Bronze im Neuzustand.
    Und die Farbe ist nicht silberig-grau, oder?Wenn silbrig grau dann ist es wirklich Zinkguss bronziert, wenn rot/bräunlich/gelbgolden
    dann ist es Bronze. Das wäre ja schon mal gut. Die Jahre und vielleicht auch der Hersteller haben das Pferd patiniert, die Jahre mit
    Luft und Feuchtigkeit und Schweiß von den Händen und Putztüchern mit Reinigunsmitteln über die Jahrzehnte und Gase in der Atemluft,
    der Hersteller mit Tinkturen zum schnellen Patinieren. Wenn das Pferd mir wäre, würde ich versuchen das Material zu identifizieren und
    danach den Wert. Ist ein Künstlername zu lesen, ist eine Gießerei durch Aufschrift im Sockel zu lesen? Ist man so weit, würde ich überlegen,
    ob ich die Sache zum Restaurator bringe, oder ob ich selbst Hand anlegen würde. Das mit dem Selbermachen setzt voraus,
    das man sich mit Patinieren von Bronze beschäftigt. Dazu gibt es im Netz einiges zu lesen zB. dies:


    http://www.antik-und-rar.ch/wi…e-patina-restauriert.html


    oder:


    https://www.kunstpark-shop.de/patina/


    oder, oder, oder.......


    Da sollte man sich einlesen, vielleicht ein kleines Gebinde zum Patinieren bestellen und an einfachen Bronzegegenständen probieren. Wichtig ist, dass das Pferd,
    sollte man selbst versuchen vorher an den hellen Stellen sorgfältig entfettet wird. Dieser Vorgang ist nicht so einfach wie es scheint, da muss
    ggf. vorher nachgedacht werden. Wenn ein kompletter Gegenstand patiniert/brüniert werden soll, muss man ggf. vorher galvanisch entfetten.
    also nicht so einfach zu bewerkstelligen.


    Nach der Entfettung mit den Ätztinten probieren, vorsichtig auftupfen, das kostet Zeit und ist aufregend, besonders, wenn's erst einmal nicht klappt.
    Ich bin am Handbrünieren einer Waffe für einen Bekannten kläglich gescheitert, da mir die Gleichmäßigkeit nicht gelang. Vielleicht ist das bei dem Pferd
    einfacher, da es hier auf Gleichmäßigkeit nicht so ankommt.


    Allerdings, wenn es sich um ein kostbares Bronzeteil handelt, würde ich den Restaurator allemal vorziehen.
    Aber das kostet bestimmt, denn das Handwerk ist ja auch sehr anspruchsvoll zu erlernen.

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


    Alle meine Aussagen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr für Ihre Richtigkeit. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Verwendung der abgerufenen Inhalte ergeben, Haftung übernommen.

    Edited 3 times, last by Winfried: Text neu sortiert ().

    • Official Post

    ich vergaß zu erwähnen, dass man sich nach dem Patinieren darüber Gedanken machen muss, wie die neue Patina gegen mechanische Beschädigung oder chemische Umwelteinflüsse geschützt werden kann. Auch hierzu muss man sich Gedanken machen. Unsichtbare Lacke, so wie die Patiniermittel auch nach alten Rezepturen.

    Liebe Grüße Winfried




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