Uralter Bronzeleuchter?

  • Hallo,


    was sagt ihr dazu? Wie alt kann der sein? Material müsste wegen des vielen Grünspans Bronze sein und das Gewinde habe ich in der Form auch noch nicht gesehen. Am Gewinde ist auch noch ein uraltes und sehr fragiles Stück Leder dran.



    Höhe ca. 20 cm.




    LG Doris

  • Der leichte Teil: Wenn ein Gewinde so abgenutzt ist, dass der Schaft wackelt, kann man es mit einem Faden (oder hier Lederstreifen) umwickeln und so wieder stabilisieren.


    Ich finde auch, dass die Farbe wie alte Bronze ausschaut. Trotzdem ist Messing wahrscheinlicher, das wurde für Leuchter wesentlich häufiger verwendet. Die Datierung ist richtig schwer, weil der Zustand so schlecht ist. Wegen dem groben Gewinde tippe ich auf das frühe 19. Jahrhundert.

  • Hallo,


    an so kleinen Stellen ist zu sehen, dass es nicht so hell ist wie Messing, eher Bronze. Mitte des 19. Jh. würde ich eher qualitativ hochwertige Güsse erwarten, aber weniger solch auffällige Ungleichmäßigkeiten. Ähnlich sind Stücke aus dem 15. Jh. gearbeitet. Ferner ist diese Art von Gewinde tendentiell typisch bis 1750. Siehe bspw. die Barocken Schlossschrauben.


    Das sind so meine Gedanken dazu. Lässt es sich stilistisch einordnen?

    • Official Post

    :-):-)


    Liebe Doris, lieber ortho,


    hier möchte ich nicht schulmeistern bzw. klugschwätzen. Lange habe ich mir den Kerzenleuchter angeschaut, lange über das Schraubengewinde nachgedacht.
    Das Gewinde scheint mit gegossen und mit der Hand nachgearbeitet und die Kanten mit der Feile verrundet. Das Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang 20. Jahrhundert
    halte ich für zu spät. Ich denke eher, dass es bei dem Leuchter um ein Teil aus dem Spätbarock im Übergang zum Biedermeier handelt.
    Mit dem Auffinden von Beispielen tue ich mich schwer,
    da viele Leuchter angeboten werden, die im "antiken Stil" gefertigt wurden.....wss auch immer darunter zu verstehen ist.


    Ein Beispiel habe ich jedoch entdeckt, obgleich auch da Unterschiede zu finden sind. Hier der Link:


    http://www.armstarkkunsthandel.com/varia


    Bild 6 mit der Beschriftung: Kerzenleuchter diverse (20Stück) Messing, Barock b.......

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


    Alle meine Aussagen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr für Ihre Richtigkeit. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Verwendung der abgerufenen Inhalte ergeben, Haftung übernommen.

  • Egal ob Messing oder Bronce, dieser Leuchter ist ein ganz schlecher Guß und ist für mich eine neuzeitliche billige Kopie. Ein Leuchter in dieser Qualität würde niemals die Gieserei verlassen, auch nicht wenn er älter wäre.
    Ich bin der Meinung das hier der Eindruck erweckt werden soll das es sich hierbei um ein antikes Stück handeln soll. Was bei manchen Erdenbürger auch klappt.
    mfg

  • Erst einmal Dankeschön für die rege Teilnahme an der Bestimmung. Es ist definitiv schwierig etwas zu sagen, weil das Ding wohl sehr lange unter der Erde lag. Die Patina ist für mich natürlich und ich meine schon viele bronzene Sachen gehabt zu haben. Zur Unförmigkeit gebe ich analoge Stücke zu bedenken, die in der gleichen Qualität gefertigt wurden.


    Die Patina bewegt sich von wenigen "hell-braun" Stellen bis hin zu dem tiefen Grün; nahezu braun-grünem Span. Von Fälschung kann ich leider nichts erkennen. Wer fälscht denn in dieser Qualität und bemüht sich dann um gotische/barocke Gewinde und feilt diese auch noch aus? Das halte ich für tendenziell unlogisch.

  • Warum sollte das Gewinde denn gefeilt sein? Es ist natürlich gegossen. Einfacher geht es doch nicht. Den Leinenlappen oder was davon übrig ist und die Lederscheibe, falls ich richtig sehe, sind aber noch relativ gut erhalten, wenn der Leuchter lange in der Erde lag. Also eine Grabungsfund sein soll. Woran ich zweifele.
    Der Grund liegt einerseits darin, dass die Archäologen textile Überreste erst seit wenigen Jahrzehnten (mit wenigen Ausnahmen) überhaupt bergen können. Andererseits sind die Erhaltungsbedingungen in unseren Böden normalerweise so, dass selbst wesentlich stabilere Pflanzenfasern nur fragmentarisch erhalten bleiben. Die tierischen Haare, wie z.B. Schafwolle, zerfallen aber in unseren basischen, nicht sauren Böden rasch. Einzig in Zusammenhang mit späteren Eisenfunden gibt es Spuren, bei denen die Wollverwendung durch Oxydationsprozesse nachzuweisen sind. Was unsere Vorfahren gesponnen, gewebt und allenfalls gefilzt haben, können wir daher nur aus den wenigen textlichen Überlieferungen und anhand vereinzelter Europäischer EinzelFunde
    erahnen.
    mfg

  • Peter, du glaubt doch nicht im Ernst, dass das Papier original ist, oder? Es ist schon als, da es die typischen Verfärbungen und die Fasern aufweist, aber definitiv aus dem 20. Jahrhundert. Dem sich zerbröselndem Leder, oder was auch immer das sein mag, würde ich auch nicht die Lebensspanne des Leuchters andichten. :)

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