seltsames Handgerät mit Aufzugsmotor

    • Official Post

    Diese seltsame Apparatur fand ich heute auf dem Trödel.
    Es ist für Handbetrieb gedacht.
    Es hat einen Aufzugsmotor,
    eine Fingerbremse, sie wird durch drücken gelöst.
    bewegt sich sehr schnell rauf und runter mit etwa 30mm Hub,
    man kann etwas an der Spitze einklemmen.
    Es sollte 20€ bringen aber ich hab's liegen lassen, weil es eher für ein Museum ist
    so vermute ich.
    Nun seid ihr gefragt: Was stellt das dar?
    Ich würde es ja in das Quiz stellen aber bis ich da dran komme vergeht Zeit und ich könnte ja noch nicht mal die Antwort bringen.

    • Official Post

    Tätowiermaschine, Nähmaschine oder doch eher Graviermaschine?


    Das fällt mir als erstes dazu ein. :)


    Bin mal gespannt.


    Wo war denn heute Trödel bei uns in der Nähe?

    Grüsse
    Frank


    ***Alle von mir anhand von hier gezeigten Bildern oder Texten gemachten Aussagen spiegeln ausschließlich meine persönliche Meinung wieder, sie dienen lediglich zur weiterführenden Information, sollen keinesfalls eine Expertise ersetzen und sind immer ohne Gewähr.***


    :D Falls Sie mit dem Kleingedrückten einverstanden sind dürfen Sie nun gerne meinen Kommentar lesen. :D

    • Official Post

    Stechmaschine
    Objektbeschreibung:
    Zur Kennzeichnung eines Stickmusters. Gerät zum Anzeichnen oder Einsticheln von Mustern. Das Stichelwerkzeug befindet sich am Ende eines Schwenkarms mit Gegengewicht und ist frei horizontal und vertikal beweglich. Der Stichelmechanismus wird per Fußpedal und Kurbelbetrieb in Gang gesetzt, die Kraftübertragung erfolgt über Rollen und Schnüre.


    Quelle: TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim


    Dann habe ich da ein Handgerät gesehen?


    PS.
    Vielleicht kennt die liebe Frau Eberhardt aus Ichenhausen im Allgäu das Gerät
    Sie hantiert da mit was ähnlichem
    http://www.storymacher.de/hand…ngt-am-weissen-faden.html

    • Official Post

    Auf ne Art Handnähmaschine würd ich auch tippen.


    Tätowiermaschine ist unwahrscheinlich.


    Das waren früher immer selbstgebaute. Weiß nicht seit wann es industriell gefertigte gibt aber das Teil hier dürfte älter sein.

  • Hallo Res,

    es handelt sich dabei um eine sogenannte Muster-Stechmaschine. Diese Teile wurden in diversen Varianten hergestellt. Mit solchen Maschinen werden Musterpausen zum Kopieren von Zeichnungen hergestellt, meist Musterpausen für Handstickereien (gelegtlich wurden diese Maschinchen aber auch im Bereich Malerei, z.B. Freskomalerei verwendet). Das Prinzip funktioniert folgendermaßen.


    Das Motiv, das auf einen Stoff zum Nachsticken aufgezeichnet werden soll, wird von der Entwurfszeichnung auf ein halbtransparentes Papier (Butterbrotpapier oder Bauzeichnerpergament) übertragen. Von der linken Seite her (darum halbtransparentes Papier) werden die Musterkonturen nun mit der Muster-Stechmaschine nachgefahren, wobei die sich auf und ab bewegende Nadel die Konturen perforiert. Dadurch entsteht eine gestochene Musterpause. Diese wird anschließend auf den zu bestickenden Stoff, mit der rechten Seite nach oben aufgelegt und gegen Verrutschen gesichert. Anschließend reibt man ein spezielles Pauspulver durch diese Musterpause auf den Stoff. Das Pauspulver besteht im Wesentlichen aus Farbpigment und Copalharz. Man hebt die Musterpause wieder vom Stoff ab, das Muster hat sich in kleinen Punkten auf dem Stoff abgebildet. Damit die Farbpulverspuren nicht verwischen wird mit einer Bügelspritze Spiritus über die Pulverspuren gesprüht. Der Spiritus löst das Copalharz an, beim Trocknen verklebt das Harz das Farbpigment mit dem Stoff, so dass die Zeichnung nicht mehr verwischen kann. Dann kan losgestickt werden.

    • Official Post

    :) Wow......Liebe*r sendrafreak,


    und ganz herzlich willkommen in unserem schönen Forum.


    Wie ich sehe, hast Du in unseren alten Beiträgen gestöbert und just diese merkwürdige Handmaschine entdeckt. Mit Deinem Kommentar dazu hast Du unsere schon nicht ganz verkehrten Überlegungen untermauert und damit einen

    Großteil zum neuen Verständnis dieser uns rätselhaften Konstruktion beigetragen. Dafür ganz lieben Dank.

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


    Alle meine Aussagen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr für Ihre Richtigkeit. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Verwendung der abgerufenen Inhalte ergeben, Haftung übernommen.

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    • Official Post

    :) Danke sehr, liebe*r sendrafreak,


    mit Vergrößerung konnte ich den Text lesen und freue mich, dass Du diese hübsche Gebrauchsanweisung hier eingesetzt hast. In Verbindung mit dem bestimmt heute außerordentlich seltenen Maschinchen werden zukünftige Generationen jederzeit mit dem Gerät sofort arbeiten können. Aenne Burda hätte ihre große Freude an Deinem Beitrag, gilt sie doch als "DIE VERLEGERIN FÜR SCHNITTMUSTER".

    Liebe Grüße Winfried




    Mein Avatar zeigt ein Narrenflötchen des 16. Jahrhunderts aus dem Töpferort Raeren.


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