Kunst und Trödel

 


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Alt 26.05.2019, 13:35   #1
orthogonal
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Standard Spardose

Lässt sich diese Dose genauer bestimmen?

Ich habe im Netz ähnliche gefunden, jeweils mit diesem zusätzlichen punktkleinen Loch (im Bild auf der linken Schulter) - wozu war das gut?

Hier sieht man, wie rasch diese Spardosen hergestellt wurden:
https://www.youtube.com/watch?v=FdF6D5pDKfg
Miniaturansicht angehängter Grafiken
dose.jpg  
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Geändert von orthogonal (27.05.2019 um 07:15 Uhr)
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Alt 26.05.2019, 18:22   #2
Numis-Student
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Hallo,

zum kleinen Loch nur spekulativ: Das könnte mit dem Brennen zusammenhängen, dass da keine Spannungen entstehen, weil sonst nur einseitig durch den Schlitz heisse Luft entweichen kann. Aber da sollten die Keramikexperten mehr sagen können.

Von der Glasur her würde ich deine Spardose ins 18./19. Jhdt. datieren.
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Schöne Grüße,
MR
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Alt 26.05.2019, 19:48   #3
orthogonal
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Danke für die Rückmeldung! Ich hänge noch ein Bild direkt von oben an, um zu zeigen, wie willkürlich der Schlitz angebracht wurde.

Deine Idee, dass das kleine Loch mit dem Brennvorgang zu tun hat, gefällt mir.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
WP_20190526_19_45_36_Pro (2).jpg  
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Geändert von orthogonal (26.05.2019 um 19:57 Uhr)
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Alt 26.05.2019, 20:16   #4
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Ich werde demnächst noch meine Spardosen kontrollieren, ob die auch solche Löcher haben...
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Schöne Grüße,
MR
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Alt 26.05.2019, 20:44   #5
Chippi
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Bei Keramik etc. dienen die Löcher der Spannungsentlastung. Denn die Luft darin dehnt sich beim Brand auch aus und könnte ein geschlossenes Gefäß zu springen bringen. Es kann auch sein, dass die Schlitze erst nach dem Brennen eingefräst wurden.

Gruß Chippi
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Alt 27.05.2019, 07:15   #6
orthogonal
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Dass der Schlitz erst nachträglich eingefräst wurde glaube ich nicht. Die Arbeitsschritte werden schon ähnlich wie im Video gewesen sein.

Hier nochmal ein mittelalterliches Beispiel, bei dem man das Loch schön sieht:
https://nat.museum-digital.de/data/b...7113233940.jpg
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Geändert von orthogonal (27.05.2019 um 07:28 Uhr)
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Alt 27.05.2019, 08:38   #7
orthogonal
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Gefunden: http://www.chipstone.org/article.php...hristmas-Boxes

Michelle Erickson’s early experiments showed that when first thrown, the wet clay ball contains moisture that has to be released during the drying process, requiring the tiny vent. The coin slot cannot be cut until the box is in its leather-hard, prefiring condition—by which time the pinhole served no further purpose (fig. 9). In some cases the pinhole was left open, being in no way detrimental to the box’s appearance; in others, potters would smear the hole shut before glazing, causing it to disappear. The same production sequence would be applied to any air-sealed vessel, but when ready for firing the hole’s prior presence would be visible only on the inside (fig. 10).

Bild 8 und Bild 9 sind die interessanten.

Das Loch war also nur für den Zeitraum zwischen Ausformung und Herausschneiden des Einwurfschlitzes notwendig um das erste Antrocknen zu begünstigen.
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Geändert von orthogonal (27.05.2019 um 09:01 Uhr)
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Alt 27.05.2019, 08:49   #8
orthogonal
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Zitat:
Zitat von Numis-Student Beitrag anzeigen
Von der Glasur her würde ich deine Spardose ins 18./19. Jhdt. datieren.
Auf der Seite sind die grün-fleckigen Glasuren alle aus dem 16. Jahrhundert.


Winfried, wo bleibst du?!
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Alt 27.05.2019, 10:46   #9
spiritus
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Zitat:
Zitat von orthogonal Beitrag anzeigen

Das Loch war also nur für den Zeitraum zwischen Ausformung und Herausschneiden des Einwurfschlitzes notwendig um das erste Antrocknen zu begünstigen.
so gesehen hätte das kleine Loch auch im Bereich des späteren Einwurfschlitzes angebracht werden können…

…ich vermute daher ebenfalls, dass es auch etwas mit dem Brennvorgang (Spannungen) zu tun hatte
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Alt 27.05.2019, 10:46   #10
Winfried
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Liebe Freunde,

momentan bin ich mit einer großen gesundheitlichen Problematik meines 92 jährigen Papas befasst. Anfang vom Ende????
Daher habe ich bei dem Spardosen-Thread momentan nicht so genau hingeschaut.

Aber.......kleine Löcher werden in geschlossene noch feuchte Tongefäße gemacht, um beim Antrocknen, Schrumpfen und bei Temperaturänderung hässliche Dellen zu vermeiden.

Diese Keramik-Spardosen (Irdenware) werden seltener aus dem 16. Jahrh. eher aus dem 17. und 18. Jahrhundert und häufig aus dem 19. Jahrhundert angeboten. Die Preise sind überschaulich, die Machart in den Jahrhunderten ziemlich gleich geblieben und für uns Rheinländer wird auf dem Niederländischen Marktplaats.nl so etwas immer wieder angeboten. Oft unter dem Namen Spaarvarken bzw. Spaardoes (Keramiek en Aardewerk).

Momentan ist dort nur diese Anzeige zu sehen:

https://www.marktplaats.nl/a/antiek-...reviousPage=lr


Aus dem 19. Jahrhundert. Die ballförmigen (wie von ortho gezeigt) mit Spitze, sind in Holland auch zu finden, die Glasuren wurden teils nachlässig aufgetragen und hatten wahrscheinlich nur die Aufgabe etwas Farbe ins Spiel zu bringen. Alles in allem ein Erzeugnis, welches, wie heute, irgendwann zertrümmert wurde.
__________________
Liebe Grüße - Winfried



Das Bildchen zeigt ein Raerener Narrenpfeifchen des 16. Jahrhunderts aus Steinzeug

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